Linkbuilding

Offpageoptimierung, auch Linkbuilding genannt, ist das Generieren von Links, die auf die eigene Website zeigen. Die Zahl und Qualität der sogenannten „Backlinks“ gibt Aufschluss darüber, wie relevant die eigene Webpräsenz ist und somit, wo die Auflistung der Seite in den SERP´s („Search Engine Result Pages“, die Anzeige der Suchergebnisse in Google) erfolgt. Aktives Linkbuilding ist laut Google-Webmaster-Richtlinien nicht erlaubt. Ziel ist, dass gute Inhalte von alleine verlinkt werden. In der Praxis ist es jedoch oft ratsam, auf natürlich erscheinende und qualitative Art nachzuhelfen.

Bewertung von Webseiten

  • Pagerank, antik

Früher war der Pagerank der Qualitätsmaßstab einer Webseite. Er ist nicht mehr aktuell, aber ein gutes Beispiel dafür, wie Google die Qualität von Webseiten bewertet. Der Pagerank sollte mit der Wahrscheinlichkeit korrelieren, dass ein zufälliger Web-Surfer auf die jeweilige Seite stößt. Je höher der Pagerank, desto höher die Wahrscheinlichkeit eines Besuches. Die vertrauenswürdigsten Seiten wurden manuell mit einem hohen Pagerank versehen (max. 10), diese geben „Linkjuice“ an verlinkte Seiten ab, die wiederum Linkjuice spenden. Zum Einen hat der Pagerank einen Quantitätsfaktor, d. h., je mehr Links auf die eigene Website zeigen, desto höher ist der Pagerank, zum Anderen hat der Pagerank einen Quailitätsfaktor.

Beispiel: Das Außenministerium verlinkt die Studie eines Marktforschungsinstituts, welches einen Kunden, z. B. einen Telekommunikationsanbieter verlinkt. Der Telekommunikationsanbieter verlinkt einen Shop. Dieser wiederum verlinkt ein Mobilfunk-Blog. Das Blog verlinkt gegen Bezahlung wiederum ein anderes Telekommunikationsunternehmen und einen Klingeltonanbieter.

Während das Außenministerium einen hohen Pagerank hat, nimmt dieser nach und nach ab. Das Außenministerium hätte wohl nicht direkt den Klingeltonanbieter verlinkt. So sind die meisten Webseiten miteinander verwoben.
Der mit Tools sichtbare Pagerank wurde seit Ende 2013 nicht mehr aktualisiert. Es wird wohl auch keine Updates geben. Mit großer Wahrscheinlichkeit unterhält Google ein überarbeitetes nicht-öffentliches Lagerank-Rating.

  • Sistrix-Sichtbarkeitsindex

Der Sistrix-Sichtbarkeitsindex ist ein etwas aktuelleres Beispiel dafür, wie die Qualität von Webseiten beurteilt werden kann. Hierbei geht es nicht um Zahl und Wert der eingehenden Links, sondern um die Auffindbarkeit der Seite generell im Web. Als Grundlage dienen in Deutschland ca. 250.000 Keywords. Eine Verdoppelung des Sichtbarkeitsindexes ist mit einer Verdoppelung der Visits vergleichbar. Generell ist es für eine Seite gut, wenn Sie überhaupt einen Sichtbarkeitsindex hat. Dies kann man hier testen. Besonders für Domains mit exotischen Themen ist es jedoch unwahrscheinlich, gelistet zu sein.

  • Alexa-Ranking

Ein weiteres Beispiel für ein Tool ist das Alexa-Ranking. Es sagt aus, um die wie viel beliebteste Internetseite es sich handelt. Ein kleiner Wert ist also gut. Nachteil ist, dass nur Daten von Surfern herangezogen werden, die die Alexa-Tool-Box installiert haben. Das sind in der Regel SEO-Verantwortliche mit einem speziellen Suchverhalten.

Möglichkeiten des Linkbuildings

Durch automatisierte Linkeinträge konnte die eigene Seite früher recht einfach gepusht werden. Dieses Vorgehen oder auch der Kauf oder Tausch von Links ist jedoch nicht mehr mit den Google-Richtlinien vereinbar. Das Webspam-Team von Google kämpft seit Jahren gegen solche Machenschaften an. Selbst das Eintragen in Webkataloge oder Artikelverzeichnissen wirkt sich nicht mehr so positiv aus, wie vor einigen Jahren. Solche Seiten versprechen oft mehr, als sie halten. Im schlimmsten Falle wirken sie sich sogar negativ aus. Zwar haben sie oft einen hohen Pagerank, jedoch sollte man diesem keine Bedeutung mehr beimessen. Linktausch über Ecken oder im Einzelfall Einkäufe können sehr wirkungsvoll sein, jedoch sind Themenrelevanz und sensibles Vorgehen essenziell. Blogger bspw. reagieren auf schlechte Linkanfragen oft nicht. Gastartikel sind ein gängiges Vorgehen, um Links von guten Seiten zu erhalten.

Googles Ansinnen ist es, möglichst relevante Ergebnisse für den User zu liefern. Wer seit Jahren zu einem Thema stets einzigartige und aktuelle Inhalte liefert und Links von Webseiten wie der Universität Heidelberg, Wikipedia und Spiegel Online hat, der ist fein raus und mit großer Wahrscheinlichkeit „weit oben“ bei den Suchmaschinenergebnissen zum Thema gelistet.

Seitenbetreiber, die Linkspam betreiben oder betrieben haben sind seit dem Penguin Update 2012 in der unangenehmen Lage, eine sehr viel schlechtere Platzierung inne zu haben. Wer Links von schlechten Seiten hat, der hat mit Hilfe des „Disavow-Tools“ die Möglichkeit, diese ungültig zu machen. Black-Hat-SEOs setzten z. B. schlechte Links auf Konkurrenzseiten der Auftraggeber. Beispiel: SEO X arbeitet für O2 und setzt von Erotik- oder Glücksspiel Seiten Links auf Vodafone.de.

Google wertet es als gutes Zeichen, wenn es im Laufe der Zeit zu einem kontinuierlichen Linkaufbau aus seriöser Quelle kommt. Wenn Backlinks hauptsächlich von themenfremden Seiten stammen, dann wird dies nicht unbedingt positiv bewertet.

Auch der Anchor Text (der klickbare Teil des Hyperlinks) ist wichtig. Der Domainname, „mehr Infos“ „hier“ etc. wirken natürlich, sind aber nur bedingt förderlich. Harte Keywords wie „sofort Kredit“ wirken zwar spammig, jedoch weiß Google dann auch thematisch, worum es sich handelt.

Am besten sind Links, wenn sie im Content recht weit oben platziert sind, jedoch nicht im Header (der Überschrift).
Wichtig sind auch die Verschiedenheit der Absender-IP-Adressen, der Orte, der Linkziele innerhalb der Seite und der Geräte, von denen die Backlinks stammen. Das Linkprofil sollte immer natürlich aussehen, d. h., eine gesunde Mischung aus Blogs, Social Media Kanälen, Foren etc. enthalten. Je nach Seiteninhalt kann der Mix verschiedene Formen haben.

Dofollow, Nofollow Links

Social Media Links sind zumeist (im HTML Code ) auf „nofollow“ gesetzt, die Bedeutung nimmt allerdings zu. „Nofollow-Links“ sind solche, die zwar auf einer Seite gesetzt werden, jedoch keinen „Linkjuice“ weiter geben, da der Google-Bot ihnen „nicht folgen“ soll. Wikipedia möchte die kommerzielle Nutzung vermeiden, daher wurde das System komplett auf nofollow umgestellt. Es ist jedoch davon auszugehen, dass Google in diesem Fall, wie auch im Fall von Social-Media-Links, eine gewisse Relevanz einberechnet. Auch Blog-Kommentare, etc., sind meistens „nowfollow“, um Kommentar-Spam zu vermeiden. News-Seiten, die z. B. über eine Neonazi-Demonstration berichten, würden die Neonazi-Organisation zwar verlinken, ihr aber im Idealfall keine Credits in Form eines „dofollow“ Links geben. Laut Google-Richtlinien müssen Werbelinks (eigentlich) mit „nofollow“ gekennzeichnet werden, ähnlich wie der Vermerk „Anzeige“ für Werbung in Zeitungen, die für den Leser als Content wahrgenommen werden könnten. Dies gilt laut Google auch für Pressemitteilungen, Gastartikel, etc.

Content Marketing

Content Marketing wird oft als Ersatz für das Linkbuilding bezeichnet. Wer gute Inhalte erstellt, wie Statistiken, Grafiken, Videos, etc. und diese gezielt vermarktet, der erhält wertvolle Verlinkungen eher auf natürliche Art.